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Ein gutes Leben für alle

Posted on 30. Oktober 202530. Oktober 2025 by annette

Das hält der Ökonom Niko Paech für durchaus möglich. Jedenfalls dann, wenn wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften radikal umgestalten.

Prof. Dr. Niko Paech, Jahrgang 1960, Ökonom an der Universität Siegen, gilt bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten als Verfechter der sogenannten Postwachstumsökonomie. Seine Thesen polarisieren, aber damit hat er es zwei Mal auf die Coverseite der Bild-Zeitung geschafft. „Spinnt der?“ und „Öko- Stalinist“ titelte die Springer-Presse. Beirren lässt sich Niko Paech von solchen Zuschreibungen nicht. Weil er Humor als seine wichtigste Ressource ansieht, sich als Wissenschaftler für Gefühle ohnehin nicht zuständig fühlt und er davon ausgeht, dass die Zukunft ihm Recht geben wird.

Herr Paech, gerade haben Sie Ihr Buch „Befreiung vom Überfluss“ aktualisiert neu herausgegeben. Wie definieren Sie als Kritiker unseres Wirtschaftssystems Überfluss?

Auf zwei Ebenen: Erstens, um im Einklang mit den physikalischen Gesetzen, endlichen Ressourcen und einer global gerechten Verteilung nicht über seine Verhältnisse zu leben, sollte jeder Mensch nicht mehr als eine Tonne CO2 pro Jahr verursachen. Dies kann nur gelingen, wenn Verkehr, Konsum und Technologienutzung in den Industriestaaten deutlich reduziert werden.
Zweitens sind Menschen nicht in der Lage, über ein gewisses Maß hinaus Konsum und Reize stressfrei aufzunehmen. Konsum- und Technologieabhängigkeit führen zu Verkümmerung, Zeitnot und ungesundem Bewegungsmangel.

Derzeit liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr in Deutschland bei mehr als 10 Tonnen. Erreichen Sie selbst das angestrebte Ziel und wenn ja, wie?

Mehr oder weniger. Ich esse kein Fleisch, fahre kein Auto, ich fliege nie, habe keinen Fernseher, kein Mobiltelefon und nutze kaum elektrische Geräte. Die Waschmaschine teile ich mir mit vier anderen Personen. Ich repariere und pflege meine Dinge, bis es nicht mehr geht.

Derzeit sitzen Sie allerdings an einem Rechner…

Der ist uralt und sollte an meiner Uni verschrottet werden, weil Windows darauf nicht mehr läuft. Ich habe solange gebastelt, bis er unter Linux wieder einsatzfähig war.

Manche wähnen uns mit Digitalisierung, CO2-Senkung und Energie aus Sonne und Wind auf einem guten Weg in eine grüne Zukunft. Sie nicht, warum?

Vermeintlich grüne Technologien werden maßlos überschätzt und deren Nebenwirkungen unterschätzt, zuweilen auch einfach verschwiegen. Inzwischen lässt sich eine zweite Welle der ökologischen Verwüstung beobachten, nämlich ausgerechnet durch grüne Technologien, speziell erneuerbare Energieträger. Die sind zwar sinnvoll, aber nur innerhalb ökologischer Grenzen. Auf stillgelegten Autobahnen und Flughäfen sind Windparks oder Solaranlagen gut aufgehoben, letztere ansonsten auf Dächern. Aktuell wird das ökologische Tafelsilber verscherbelt, weil sich die sogenannte Energiewende durch die Landschaft walzt. Kein Wunder, die Stromverbräuche steigen absehbar überall, nicht nur durch die Digitalisierung, sondern auch im Verkehr. Anstelle einer flächendeckenden E-Mobilität müsste die Mobilität insgesamt deutlich reduziert werden. Nicht nur wegen der Energieverbräuche: In einem einzigen E-Auto stecken bis zu 8.000 Mikrochips. Woher sollen die Rohstoffe dafür zukünftig kommen? Ein von Umweltzerstörung und Ressourcenverbrauch gekoppeltes Wachstum hat sich längst als gefährliche Illusion erwiesen.

[…]

Aus „Forum Nachhaltig Wirtschaften“ Online vom 17.10.2025

Download “Ein gutes Leben für alle” 1581_Forum_Nachhaltig_Niko_Paech.pdf – 80-mal heruntergeladen – 151,27 KB

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