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Ozeane ohne Plastikmüll

Posted on 12. August 2026 by annette

Günther Bonin bezeichnet sich selbst als Freigeist und Unternehmer aus Leidenschaft. Abhängig beschäftigt sein? Das war nie sein Ding. Ebenso wenig ein Ruhestand auf dem heimischen Sofa. Schon seit Langem beobachtet der passionierte Segler mit großer Sorge das Anwachsen der Plastikberge auf unseren Meeren. 2008 überführte der Skipper ein Schiff von Vancouver nach San Diego. Eine Gamechanger-Tour. Etwa 200 Seemeilen vor San Francisco beobachtete Günther Bonin fassungslos, wie die Mannschaft eines Frachters ihre Ladung über die Reling kippte. Rund um das Schiff sammelte sich eine ekelhafte Brühe -Chemikalien?-, die für den Münchener mehr als ungesund aussah. Er begann zu recherchieren und stellte ungläubig fest, dass es auf hoher See keine weltweit gültigen Regularien dafür gibt, was in den Ozeanen dieser Welt entsorgt werden darf. Kurzentschlossen gründete der Unternehmer zusammen mit sieben Freunden – die brauchte es für eine Vereinsgründung – „one earth – one ocean“. Seine Vision: die Meere und Gewässer dieser Welt von Müll befreien. Die Zahlen sind verheerend: Der World Wildlife Fund schätzt, dass aktuell zwischen 80 und 150 Millionen Tonnen Plastik in unseren Ozeanen schwimmen. Nicht mit eingerechnet den Müll auf dem Meeresgrund. Das entspricht dem Gewicht der Hälfte der Menschheit. Meerestiere verenden, weil sie Plastik mit Futterverwechseln. Mikroplastik sammelt sich in den überlebenden Meeresbewohnern und landet mit ihnen auf unseren Tellern. Aber damit nicht genug: „Die Müllberge erwärmen die Ozeane, die Zahl der Stürme nimmt zu. Das Sonnenlichtdringt nicht mehr in die Tiefen des Meeres vor, und die Algen hören auf, Sauerstoff zu bilden. Wenn wir nicht langsam etwas tun, dann wird auch der Menschheit in nicht ferner Zukunft die Luft zum Atmen ausgehen“, bilanziert der Unternehmer.

Günther Bonin widmet sich seit nunmehr 16 Jahren seiner Form der „maritimen Müllentsorgung“. Derzeit umfasst seine »Flotte« 17 kleine und zwei mittelgroße »SeeHamster«, die für den Einsatz auf Binnengewässern und Flüssen konzipiert wurden, sowie zwei »See-Kühe«, die in küstennahen Regionen auf den Meeren nach Müll »fischen«, teilweise bereits durch moderne Wind- und Solartechnologien angetrieben. Der Westfale lacht, wenn er an sein erstes Schiff denkt: »Das habe ich zusammen mit einem Werkstattbesitzer selbst gebaut. Das Teil hatte noch nicht einmal einen Antrieb, wir mussten selber paddeln. Manche unserer Ideen waren im Rückblick echt albern: Zum Beispiel wollten wir Segelschiffe nutzen, die mithilfe eines Schaufelrades den Müll aufs Schiff befördern. Das hat natürlich überhaupt nicht geklappt. Mittlerweile können wir sagen, dass unsere Schiffe sehr effizient betrieben werden.“ […]

aus PUBLIK FORUM EXTRA LEBEN, August 2026
Download “Ozeane ohne Plastikmüll” 1626_Guenther_Bonin_Plastik_Publik_Forum_Extra.pdf – 2-mal heruntergeladen – 1,15 MB

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