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Abmahnung für Max Heckel

Posted on 12. August 2026 by annette

EIN LEHRER IN SACHSEN-ANHALT WARNTE SEINE SCHÜLER VOR DER AFD. ER KÄMPFT WEITER FÜR DIE DEMOKRATIE IN SEINEM LAND, AUCH WENN ESIHN SEINEN JOB KOSTEN KÖNNTE

Max Heckel ist Lehrer geworden, weil er selbst als junge »bemerkenswerte Persönlichkeiten« als Lehrerinnen und Lehrer hatte. Dennoch schlägt er nach seinem Studium in Halle erst einmal eine andere Laufbahn ein. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt Max Heckel Violine. Er wird Redakteur von Musikzeitschriften, veranstaltet Festivals, gründet den Verlag »Prosodia“. Die Corona-Pandemie bremst ihn unsanft aus und spült den Mann mit dem Rauschebart dann doch noch in den Schuldienst. Als angestellter Lehrer, denn ein Referendariat hat er nie gemacht. Erst ein Jahr in »Amt und Würden“ an jenem Gymnasium in Stendal, an dem er selbst einst Abitur machte, erhält er eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Die AfD in Sachsen-Anhalt verunglimpft ihn als linken Agitator, der Schülerinnen und Schüler mit seinen „linken Ideen“ indoktriniere. Und das, weil Max Heckel den Kindern einer sechsten Klasse die Frage gestellt hatte: »Gehört der Islam zu Deutschland?« Unabhängig davon, ob die Kinder positiv oder negativ antworteten, erhielten sie zwei Punkte – sofern die Antwort gut begründet war. Max Heckel ist geschockt. Obwohl er da längst registriert hat, dass die AfD schon seit geraumer Zeit versucht, unbequeme Lehrerinnen und Lehrer mit dem Vorwurf, »nicht neutral« zu sein, aus den Schulen zu entfernen sucht. Die erste Dienstaufsichtsbeschwerde wird abschlägig beschieden, aber das Gymnasium verlässt Max Heckel dennoch. Er wechselt zu einer Sekundarschule in Stendal. Dort unterrichtet er hauptsächlich Werken. Im Werkunterricht baut er mit den Schülerinnen und Schülern eine Art mittelalterliche Miniaturstadt. Eines Tages, der Unterricht ist zu Ende, es bleiben noch zehn Minuten zum Reinemachen, fragt ein Schüler Max Heckel, ob er auch AfD gewählt habe. »Nein«, sagt Max Heckel und begründet seine persönliche Meinung mit der AfD-Steuerpolitik, die nach Angaben des seriösen Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung besonders für ärmere Familien schlecht wäre. Mit der Remigrationspolitik, die, wenn sie je zur Anwendung käme, auch den migrantischen Familien seiner Schülerinnen und Schüler bedrohlich werden würde, und mit dem Rückzug aus den Inklusionsbemühungen, womit viele benachteiligte Kinder keine adäquate Unterstützung mehr bekämen. Ein Stein des Anstoßes ist Heckels Satz, es stehe jedem frei, die AfD zu wählen, aber wer sie wähle, müsse entweder „sehr reich, frei von Moral und nicht bei klarem Verstand sein“.

[…]

aus PUBLIK FORUM EXTRA LEBEN, August 2026

Download “Abmahnung für Max Heckel” 1625_Max_Heckel_AfD_Publik_Forum_Extra.pdf – 3-mal heruntergeladen – 1,89 MB

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